„Trittbrettfahrerei“ beim Thema Schienenverkehrslärm wirft der SPD-Kreisverband Altenkirchen dem CDU-Politiker Erwin Rüddel vor. Die Genossen weisen darauf hin, dass sich die Abgeordnete Sabine Bätzing-Lichtenthäler seit ihrem Einzug in den Bundestag im Jahr 2002 für eine Reduzierung des Bahnlärms engagiere und dazu auch einen Runden Tisch ins Leben gerufen habe. Als Mitglied der Parlamentsgruppe „Schienenverkehr“ sei ihr Augenmerk immer auf die größtmögliche Entlastung der Anwohner entlang der Schienenstrecken gerichtet.
„Die CDU-Vertreter im Kreis sollten sich irgendwann auf ein schlüssiges verkehrspolitisches Konzept verständigen“, erklärt der SPD-Kreisvorsitzende Andreas Hundhausen. Wer wiederholt öffentlich einen zweigleisigen Ausbau der Siegstrecke fordere, müsse sich darüber im Klaren sein, dass er damit auch einer massiven Zunahme des Güterverkehrs mit entsprechender Lärmbelastung Tür und Tor öffne. Gleichzeitig auf den Zug zur Verminderung des Bahnlärms aufzuspringen, bezeichnen die Genossen als „populistisch und wenig glaubwürdig“.
„Stühlerücken“ in der SPD-Kreistagsfraktion: Nachdem zwei Fraktionsvorstandsmitglieder künftig nur noch als „normale Kreistagsmitglieder“ mitarbeiten möchten, wählte die Fraktion bei ihrer jüngsten Zusammenkunft in Wissen einen neuen Vorstand.
Bernd Becker (Fensdorf), bislang stellvertretender Fraktionssprecher, wird künftig als Vorsitzender der 14köpfigen SPD-Kreistagsfraktion vorstehen. Er wurde ebenso einstimmig gewählt, wie seine beiden Stellvertreter Bernd Brato (Betzdorf) und Thorsten Wehner (Wissen) sowie der neue Fraktionsgeschäftsführer Rolf Dornhoff (Kirchen).
Gedrückte Stimmung herrschte am Montagabend bei den Mitgliedern des SPD-Kreisvorstandes. Die Genossinnen und Genossen hatten sich im Westerwälder Hof in Gebhardshain zur Analyse der Landtagswahl getroffen.
Der SPD-Kreisvorsitzende Andreas Hundhausen war wie die übrigen Anwesenden erschrocken über den Wahlausgang. Die unerwartet hohen Stimmenverluste der SPD und das starke Abschneiden der Grünen im Land seien maßgeblich auf die atomare Katastrophe in Japan zurückzuführen. Hundhausen sah jedoch auch „hausgemachte Probleme“ im Land. „Die Wählerinnen und Wähler haben sich klar für eine sozial-ökologische Regierung in Rheinland-Pfalz unter Ministerpräsident Kurt Beck entschieden“, brachte Bernd Becker, stellvertretender Kreisvorsitzender, das Landesergebnis auf den Punkt.
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