Köpfe und Namen

SPD will Zöllner als 1. BO / CDU sieht Pagnia als Stellvertreter

Betzdorf. Nach jeder Wahl werden im politischen Raum die Karten neu gemischt, denn selten bleiben die Kräfteverhältnisse so, wie sie einst gewesen sind. So auch in Betzdorf, wo mit der Kommunalwahl am 7. Juni im Stadtrat die SPD die CDU als stärkste Kraft abgelöst hat. Sie liegt mit zehn Sitzen vor der CDU (neun Sitze), und es ist guter Brauch, dass die stärkste Fraktion auch den 1. Beigeordneten, also den Stellvertreter des (ehrenamtlichen) Stadtbürgermeisters (Bernd Brato), stellt.
Bislang füllte dieses Amt Werner Neuhaus von der CDU aus. Er tritt allerdings nicht mehr an. Seine Nachfolge soll laut CDU-Fraktionssprecher Werner Hollmann Michael Pagnia antreten. Allerdings: Die CDU spielt in der Beigeordnetenfrage nicht mehr die „erste Geige“, Pagnia, soll Stellv. Beigeordneter werden (der Terminus 2. bzw. 3. Beigeordneter ist abgeschafft). Der Mitgeschäftsführer des bekannten Möbelgeschäfts ist in der kommunalpolitischen Szene zwar kein alter Hase, aber das Stimmen-Ergebnis, das er am 7. Juni erzielt hat, wird als „sehr gut“ bezeichnet. Insofern hat das aktive Pfarrgemeinderatsmitglied in Bruche breiten Rückhalt in der Bevölkerung. Pagnia steht offenbar auch für den Generationswechsel, den die Betzdorfer CDU anstrebt.
„Den Generationswechsel hat die CDU schon bei der Listenaufstellung zur Kommunalwahl berücksichtigt und eingeleitet“, sagte gestern Werner Hollmann auf SZ-Nachfrage. Er bedauere zwar, dass die CDU nicht als stärkste Kraft aus der Kommunalwahl hervorgegangen sei, man müsse den Wählerwillen aber akzeptieren. Hollmann kündigte eine Abstimmung mit den übrigen Fraktionen in der Beigeordnetenfrage am kommenden Freitag an.
Werner Neuhaus sagte gegenüber der SZ, es sei wichtig, jüngere Leute an die Aufgaben heranzuführen. „In wichtigen Fragen stehe ich natürlich noch mit Rat und Tat zur Seite.“ Neuhaus bleibt im Stadtrat; er erfüllt auch Aufgaben im Kreis-Seniorenbeirat.
Jüngere Gesichter tauchen auch hinter dem Fraktionsvorsitzenden Werner Hollmann auf. Zu seinen Stellvertretern sollen Hans-Werner Werder und Johannes Speicher gewählt werden. Werder blickt auf eine Periode im Rat zurück, Speicher steigt neu ein.
Bei der SPD deutet alles auf Ernst-Helmut Zöllner als Kandidaten für den 1. Beigeordneten hin. Zwar wollte Zöllner sich zu dem Thema vor der Stadtratssitzung am 8. Juli nicht äußern, SPD-Chef Dr. Matthias Krell sprach indes von Zöllner als „unserem Wunschkandidaten“. Er habe auch seitens der CDU positive Signale dafür bekommen. Zöllner vereine sehr viel politische Erfahrung, Verwaltungskompetenz, Wissen und Durchsetzungskraft auf sich, sagte Dr. Krell. Von der künftigen Ratsarbeit verspreche er sich ein gutes Miteinander und zügige Entscheidungen.

 

Siegener Zeitung vom 30. Juni 2009 goeb

 
 

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